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RSSPrint

Die neue Pfarrerin Katharina Loh

Unsere neue Pfarrerin ist da!

 

Ganz am Anfang.

Da stand ich mit Herzrasen in der Sakristei.

Mein Talar war neu und ich aufgeregt. Von Kopf bis Fuß.

Die Glocken läuteten. Es war 5 vor 10.

Und da tat ich, was mir in den Sinn kam. Ich legte mir die Hände auf die Schultern, hielt mich mit ihnen und an ihnen fest und sagte zu mir selbst:

Alleine muss es keiner schaffen!

Dann bin ich rausgegangen und wir feierten Gottesdienst und ja, wir machten es gemeinsam.

Seit diesem Tag „halte“ ich keine Gottesdienste. Ich „feiere“ sie. Mit denen, die da sind.

 7 Jahre ist das inzwischen her. Und noch heute stehe ich vor manchem schwierigen Dienst in der Sakristei oder wo sonst man so Herberge findet vor einem Dienst. In Kammern, auf Fluren, in Büronischen, lege ich mir wieder die Hände auf die Schulter und sage diesen Satz.

Alleine muss es keiner schaffen!

Worte, die mir Nahrung geworden sind. Sie entlasten mich und erinnern mich, dass wir nicht alleine sind. Nicht wenn wir Dienst tun für Andere und auch dann nicht, wenn wir selbst als Empfangende dastehen und Andere um Dienst für uns bitten.

Und mit diesem Satz und vielen anderen komme ich jetzt zu Ihnen in Ihre Gemeinde, nach Ausbildungsjahren in Köpenick und Wilmersdorf und 5 Jahren Pfarrdienst in der Kirchengemeinde in Schönow-Buschgraben.

Und das bin ich: Katharina Loh, 1985 in Leipzig geboren und in Ostwestfalen aufgewachsen. Zum Studium bin ich nach Berlin gezogen und geblieben. Glücklich bin ich in der Schaubühne, zuhause bei meiner Familie und wenn ich Zeit finde für Computerspiele. Eine Leidenschaft, die einige Konfirmand*innen mit mir teilen. In meiner Familie bin ich weit und breit die einzige Pfarrerin und bin eher gemeindefern aufgewachsen. Es sei denn, es war Heiligabend. Entsprechend verbunden fühle ich mich mit all jenen, die wenig Ahnung haben von dem, was Kirche kann und tut. Sie erinnern mich an mich und an die Dankbarkeit, die ich bis heute den Menschen gegenüber empfinde, die mich damals vorbehaltlos und freundlich in unserer Kirche empfangen haben.

Und da sehe ich uns und unsere Aufgabe als Gemeinde. Dass wir Menschen aus der Vereinzelung holen und Räume schaffen, wo Menschen Gemeinschaft finden und Heilung.

Und ich habe gehört, Sie sind viele. Eine aktive Gemeinschaft mit gewachsenen Traditionen, der Hoffnung, dass vieles davon bleibt und dem guten Willen, auch Neues zu probieren und auch für jene Menschen ein Ort zu werden, für die wir das bislang noch nicht sind. Und das bedeutet für mich vor allem eins. Mitgehen und hinhören, was Menschen suchen und brauchen.

Und das passt dann auch zu unserem neuen Gemeindenamen.

Emmaus.

Die Geschichte erzählt ja gerade von der Schönheit und Heilkraft der Zweisamkeit.

Zwei Jünger beweinen Jesu Tod und ein Unbekannter macht sich mit Ihnen auf den Weg.

Geht mit, hört hin, was sie suchen und brauchen.

Und am Ende begreifen sie, wer der war, der mit Ihnen unterwegs war.

Und der eine schaut den anderen an und sagt: „Brannte nicht unser Herz?“

Das wünsche ich uns. Dass wir Herzen entzünden, mitgehen, hinhören und auch selber Wegbegleiter*innen finden und Menschen, die uns wirklich zuhören.

Am 16. Februar wird mein erster Tag bei Ihnen sein und ich freue mich auf unsere Zeit. Sie wird ab Mai noch einmal unterbrochen werden, weil ich im Sommer ein Kind bekomme. Eine Freude, die mit einer Pause beginnt. Trotzdem gehen wir los. Zusammen und nicht alleine!

Ihre neue Pfarrerin Katharina Loh

 

 

 

 

 

 

Letzte Änderung am: 12.01.2022