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Ansprache zur Feier der Umbenennung

Ansprache im Festgottesdienst zur Umbenennung unserer Kirchengemeinde am Ostermontag, 18. April 2022

Indem wir einen neuen Namen annehmen, machen wir uns als Gemeinde auf den Weg – ein bisschen so, wie die Emmaus-Jünger. Was wir damit vollziehen, hat aber eine lange Vorgeschichte, die Jahrzehnte zurückreicht. Sie ist selbst Ausdruck einer Suchbewegung nach einem guten Umgang mit unserem Erbe. Der Gemeindekirchenrat ist der Meinung, dass ein anderer Umgang mit unserer Vergangenheit nötig ist und hofft mit der getroffenen Entscheidung der Gemeinde eine gute Zukunft zu eröffnen.

Wir danken denjenigen, die mit uns in den Dialog getreten sind, die Kritik geübt haben und sich trotzdem mit auf den Weg machen. Wir sind stolz über diese Identifikation und dieses Engagement und sehen darin ein gutes Zeichen für eine lebendige Gemeindekultur. Darauf wollen wir aufbauen.


Was wir mit dem Namenswechsel vollziehen, soll aber kein einfacher Abschied, keine pauschale Entsorgung der Vergangenheit sein. Wir haben beschlossen, dass wir bis auf weiteres einen Zusatz zu unserem Namen tragen wollen. „Evangelische Emmaus-Kirchengemeinde. Früher Ernst-Moritz-Arndt-Gemeinde“, so heißen wir und das sind wir. Der Gemeindekirchenrat hat beschlossen, mit diesem Erbe weiterhin umzugehen und sich mit Ernst Moritz Arndt im Kontext seiner Zeit und seiner Wirkungsgeschichte zu befassen. Das ist aus unserer Sicht in dieser Gemeinde zu wenig geschehen.


Aber das ist nicht der einzige Plan. Denn wir sind nicht die ersten auf dem Weg nach Emmaus. Das gilt nicht nur im übertragenen, das gilt auch im konkreten Sinne. Die Wanderung der Jünger, ihre Begegnung mit Jesus und das gemeinsame Abendessen gehören zu den sehr häufig gemalten Szenen der Kunstgeschichte. Wir treten mit unserem neuen Namen in eine reiche künstlerische Tradition ein, in der wir tatsächlich schon länger standen. Denn im Eingangsbereich unserer Kirche, an der Wand, auf die der erste Blick fiel, wenn man unsere Kirche betrat, war ein Porträt von den beiden Jüngern auf dem Weg. Wir haben ein älteres Foto, das wir davon besitzen, im Gemeindebrief abgedruckt (Wir lassen prüfen, ob das Fresko nur überstrichen wurde und noch vorhanden ist. Dann könnte man es vielleicht wieder freilegen). Pfarrer Geß hat die Emmaus-Jünger in seiner Predigt zur Einweihung unserer Kirche 1935 erwähnt. Diese Traditionslinie hat für den Gemeindekirchenrat bei der Namenswahl eine Rolle gespielt.


Viele große Maler haben eine der Szenen mit Jesus und den Jüngern gestaltet, Jacopo Bassano (1537/38), Caravaggio (1601), Rembrandt (1648) im 16. und 17. Jahrhundert, bis hin zu Franz Ittenbach (1835) und Fritz von Uhde (1891) im 19. Jahrhundert, um nur einige zu nennen. Wir wollen uns mit dieser Tradition der Emmaus-Szenen vertraut machen, und planen, uns in einer kleinen Reihe dieses Erbe nahebringen und auch in unserer Gemeinde sichtbar werden zu lassen, vielleicht mit einer Wand, an der wir verschiedene Kunstdrucke präsentieren. Und wir überlegen, selbst ein Kunstwerk in Auftrag zu geben, eine Künstlerin, einen Künstler zu bitten, die Geschichte von den Jüngern auf dem Weg nach Emmaus aus heutiger Sicht und mit heutigen künstlerischen Mitteln neu zu gestalten. Denn es könnte mit dem Weg, auf den wir uns begeben, sein, wie es mit vielen Dingen ist: man muss etwas daraus machen!

Dazu laden wir Sie herzlich ein!


Für den Gemeindekirchenrat

Hans Dieter Heimendahl

19. April 2022

 

 

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Letzte Änderung am: 21.04.2022