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RSSPrint

Emanuel

Was auch immer man über die anstehende Umbenennung denken mag: ohne den sperrigen Namen „Ernst-Moritz-Arndt“ hätten wir nicht das Kurzwort „EMA“. Auf der Gemeindeversammlung am 1. September letzten Jahres wurde deutlich, wie sehr die Gemeindeglieder diese Bezeichnung liebgewonnen haben. Und wer neu in der Gemeinde ist, lernt schnell, dass wir hier zum „EMA-Basar“ einladen und sich unsere Kinder zum Konfirmandenunterricht „in der EMA“ verabreden. Kurz: wenn wir „EMA“ sagen, meinen wir Kirche und Gemeinde, das ursprünglich aus den Initialen von Arndt bestehende Akronym ist zu einem eigenständigen Begriff geworden. Ich gehöre zu denen, die der Gemeinde die Möglichkeit erhalten wollen, im täglichen Umgang miteinander diese identitätsstiftende Kurzform auch in Zukunft zu verwenden. Nach dieser Vorrede sollte es nicht überraschen, wenn ich als neuen Namen „Emanuel“ für Kirche und Gemeinde vorschlage. Der Zuspruch für meinen Vorschlag auf der oben erwähnten Versammlung am 1.9.2019 hat mich ermutigt, hier erneut für „Emanuel“ zu werben. Danke an den Gemeindekirchenrat für die Gelegenheit dazu. Ich habe mich bei der Auswahl dieses Namens aber nicht nur von den Anfangssilben „Ema...“ leiten lassen. Es gibt weitere gute inhaltliche Gründe.

• Beim Namen Emanuel können wir sicher sein, dass er nicht auf irgendeine Weise vorbelastet ist. Es fehlt jeglicher Bezug zu einer bestimmten weltlichen oder geistlichen Person oder zu einem bestimmten Heiligen.

• Im Neuen Testament wird der Name nur und allein in Bezug auf Jesus Christus verwendet und dort auch nur an einer einzigen Stelle, nämlich im Matthäus-Evangelium Kap. 1, Vers 23. Das Bild zeigt den zugehörigen Textausschnitt in dem schönen Frankfurter Druck der Luther-Bibel von 1660. Wie Sie sehen, steht der aus dem Hebräischen ins Lateinisch-Griechische übertragene biblische Name für „Gott [ist/sei] mit uns”. Welch ein ermutigendes christliches Motto, mit dem wir uns wohl alle identifizieren können.

• Ein weiteres Kriterium war für mich, dass der neue Name passend zu unserem Selbstverständnis in der Gemeinde etwas Besonderes, Einmaliges anzeigen sollte. Es wird Sie überraschen, aber es gibt in der Tat weit und breit keine zweite Emanuelkirche. Die einzige in Deutschland mit diesem Namen habe ich in Köln-Rondorf ausfindig machen können. In Berlin wären wir mit unserer Emanuel-Kirche und der Emanuel-Kirchengemeinde einmalig.

Ich wünsche unserer Gemeinde, dass der als Zäsur empfundene Bruch mit der Vergangenheit durch die Umbenennung gut überwunden wird. Der von mir vorgestellte Name bietet die Chance einer Brückenbildung zwischen Alt und Neu.

Dr. Michael Ermel, Berlin-Zehlendorf

Letzte Änderung am: 05.05.2021