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Maria Magdalena

Unsere Gemeinde braucht einen Namen, der Signale in zwei Richtungen sendet. Deshalb sollte sie Evangelische Maria Magdalena Kirchengemeinde heißen, was sich mit EMA abkürzen lässt. Das Vertraute bleibt, wir sind und bleiben die Gemeinde, die wir erfahren haben und leben. Und wir bieten mit Maria Magdalena einen neuen Impuls, um unsere Gemeinde weiterzuentwickeln, Kinder und Jugendliche einzubeziehen und Neuzuziehende für unsere Gemeinde zu interessieren.

Wer ist Maria Magdalena?
Die Evangelien überliefern ein beeindruckendes Zeugnis von Maria Magdalena oder Maria von Magdala, deren Bei– name auf einen Ort am See Genezareth verweist. Sie wird als erste unter den Frauen genannt, die Jesus vom Anfang in Galiläa bis unter das Kreuz nachfolgen. Sie ist bei der Kreuzigung und der Grablegung dabei und kann bezeugen, wohin man Jesus gelegt hat. So wird sie beim Besuch des Grabes zur ersten Zeugin der Auferstehung und verkündigt diese den Jüngern. Maria Magdalena spielte eine wichtige Rolle in der frühchristlichen Gemeinde und wurde in der Alten Kirche als „Apostelin der Apostel“ verehrt.

Maria Magdalena wird häufig mit einem Salbgefäß und gerne mit langen offenen Haaren dargestellt. Diese Darstellung spiegelt ein in der westeuropäischen Kunst-, Kulturund Literaturgeschichte seit dem 6. Jahrhundert verbreitetes Bild von Maria Magdalena, das auf einer fehlerhaften Auslegung der biblischen Texte beruht. Dabei wird Maria Magdalena mit zwei anderen neutestamentlichen Frauenfiguren identifiziert: mit der anonymen Sünderin, die Jesus die Füße wäscht (Lukas 7,35-50), sowie mit Maria von Be– thanien, der Schwester von Martha und Lazarus, von der Johannes 12,1-8 ebenfalls eine Fußwaschung bezeugt. Durch die Gleichsetzung mit der anonymen Sünderin galt Maria Magdalena über Jahrhunderte vorrangig als Inbegriff der reuigen Sünderin und Büßerin statt als wichtigste Jüngerin Jesu und zentrale Zeugin der Auferstehung.

Warum passt Maria Magdalena zu unserer Kirche?
Wir sind im Kirchenkreis umgeben von Kirchen, die die Namen männlicher Apostel tragen: Paulus, Johannes, Stephanus, Andreas, Peter und Paul. Hier würde sich Maria Magdalena als „Apostelin der Apostel“ gut einreihen. Der Name „Maria Magdalena“ bedeutet ein Bekenntnis zur tragenden Bedeutung und aktiven Rolle von Frauen in der christlichen Gemeinde, die sich bisher in den Namen unserer Kirchen nicht spiegelt. Dazu wäre Maria Magdalena eine passende Namenspatronin für unsere christozentrisch ausgestaltete Kirche; das Deckengemälde unserer Kirche zeigt sie als Zeugin von Grablegung und Auferstehung.

Mit der Namenswahl „Maria Magdalena“ wäre immer auch der Auftrag verknüpft, genau auf die biblische Überlieferung zu schauen und kirchliche Über- und Verformungen sichtbar zu machen und zurückzuweisen. Das biblische Zeugnis von Maria Magdalena zeigt eine starke Persönlichkeit in der Nachfolge Jesu, deren Glaube und Mut für Männer, Frauen, Jugendliche und Kinder in unserer Gemeinde gleichermaßen Orientierung geben kann.

Ulrike Häusler 

Letzte Änderung am: 05.05.2021