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Trinitatis

Ein schöner und passender Name für unsere Kirche wäre „Evangelische Trinitatis-Kirche“, entsprechend für die Gemeinde „Evangelische Trinitatis-Gemeinde“. Am Sonntag Trinitatis, dem ersten Sonntag nach Pfingsten, feiern wir das Fest der Dreieinigkeit Gottes. „Trinitatis“ kommt aus dem Lateinischen und bedeutet Dreiheit, Dreieinigkeit, Dreifaltigkeit. Dieser Festtag knüpft an kein konkretes heilsgeschichtliches Ereignis an, sondern christliche Gemeinden feiern in den Gottesdiensten ein besonderes Thema ihres Glaubens. „Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit Euch allen“ - dieser Gruß ist das Thema des Sonntags Trinitatis: Gott ist einer und zugleich drei: Vater, Sohn und Heiliger Geist. Mit diesen Begriffen wird Gott umschrieben, um ihn für uns Menschen anschaulich zu machen:

Als „Vater“ hat er die Welt erschaffen, er erhält sie, lässt sie sich weiterentwickeln und fordert uns auf, die Schöpfung zu bewahren.

Als „Sohn“ offenbart Gott sich den Menschen als menschlicher, rettender, vergebender Gott in Jesus Christus, der uns gezeigt hat, wie Zusammenleben gelingen kann, und der uns zum Leben führen möchte.

Als „Heiliger Geist“ bringt er Klarheit, Frieden und Trost unter die Menschen und lässt uns spüren, dass Gott existiert und wie er ist. Der Heilige Geist bringt diese Botschaft in die Herzen der Menschen.

Die Dreieinigkeit bringt zum Ausdruck, dass jede der göttlichen Persönlichkeiten mit dem einen Wesen Gottes identisch ist, was mit „Beziehung“ gleichgesetzt werden kann. Gott ist „kommunikativ“, er lebt in Beziehung zu uns Menschen und sucht Beziehungen. Zum verbindlichen Glaubenssatz wurde die Lehre von der Trinität auf den Konzilien zu Nicäa (325) und Konstantinopel (381) erhoben. Im Laufe der Geschichte des Christentums hat sich die „Theologische Unteilbarkeit der Trinität“ in der katholischen und in der evangelischen Kirche durchgesetzt.

Der Name „Trinitatis“ für unsere Kirchengemeinde bekennt, welches der zentrale Gedanke unseres christlichen Glaubens ist und was unsere konkrete Gemeinde vor Ort mit all ihren Menschen ausmachen soll. Die elementare Aussage, die das persönliche Gottesbild berührt, tut gut, denn sie macht deutlich, dass Gott in sich Gemeinschaft ist und ein Gott der Liebe, der Beziehungen und die Gesellschaft jedes Einzelnen sein möchte. Wir dürfen für uns persönlich immer damit rechnen, dass Gott Beziehung mit uns aufnehmen kann, und darauf vertrauen, dass er in unseren Weg treten möchte, um uns zu zeigen, dass er bei uns ist. Das Nachdenken über die Dreieinigkeit ermöglicht es uns, uns nicht nur auf ein einziges, meist personales Bild von Gott festzulegen, sondern zu verstehen, dass es ein Gott ist, den wir auf verschiedene Weise erfahren können. Gott ist dynamische Kraft, er ist vielfältig und lebendig und – wie wir Mitglieder unserer Gemeinde – auf der Suche nach Beziehungen. Unsere Kirche wurde an Trinitatis (1935) geweiht, und jedes Jahr feiern wir zur entsprechenden Zeit unser Gemeindefest, eine schöne Möglichkeit, neben all den sonstigen vielfältigen Angeboten, die Gemeindeglieder mit ihren unterschiedlichen Begabungen und Sichtweisen zu erleben und neue Gedankenanstöße zu bekommen.

Trinitatis als neuer Name unserer lebendigen und geliebten Kirchengemeinde ist die treffende und liebevolle Aussage für das, was uns Einzelnen geschenkt ist, und was unsere ganze Gemeinde ausmacht.

Antje Burger

Letzte Änderung am: 05.05.2021