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Musikalische Vespern

Bei den musikalischen Vespern wird die ganze Spannbreite geistlicher Musik von der Renaissance bis zur Gegenwart, von der solistischen bis zur großen Besetzung, mal mit Gesang, mal nur instrumental zu Gehör gebracht. Die Vespern sind damit eine sinnlich erfahrbare Form des Gottesdienstes.

Der Kirchenmusiker unserer Gemeinde, Peter Uehling, lädt Musiker und Musikerinnen für die Aufführungen von Musik aus unterschiedlichen Epochen ein, wirkt oft auch selbst mit und erklärt gegebenenfalls den historischen und musikalischen Hintergrund und Zusammenhang.

Die musikalischen Vespern sind auch interessant und attraktiv für Menschen, die der Kirche sonst nicht nahestehen. Sie bieten Gelegenheit zu Kontemplation, Meditation und Inspiration.

Wann: An jedem zweiten Sonntag im Monat jeweils um 18.00 Uhr
Wo: In der Kirche

 

Die nächsten Veranstaltungen:

Am Sonntag, dem 21.8. um 18 Uhr beginnt in der Emmaus-Kirche in Zehlendorf ein dreiteiliger Konzertzyklus mit Musik von Jean-Marie Leclair, dem spätbarocken Violin-Virtuosen, der die französische Musik mit dem italienischen Konzert bereichert hat. Christoph Timpe hat die Konzertprogramme zusammengestellt, studiert sie ein und wird auch die Solo-Partien übernehmen

Jean Marie Leclair (1697-1764): Ein Portrait in drei Teilen

Die drei Veranstaltungen von je etwa einer Stunde Dauer vermitteln einen Einblick in die Vielfalt von Leclairs Meisterschaft. Jedes Konzert ist einem Aspekt seines Schaffens gewidmet und endet mit einem Violinkonzert.

  1. Konzert:

 Sonntag den 21. August, 18.00 Uhr

 Programm:

- Orchestersuite aus der Oper "Scylla & Glaucus"

- Deuxième Récréation de Musique op. 8

- Violinkonzert op. 7 Nr. 6

 

Mitwirkende:

Javier Aguilar: Violine

Waltraut Elvers: Violine & Viola 

Michael Yokas: Viola

Jochen Schneider: Fagott

Kathrin Sutor: Cello

Mirjam Wittulski: Kontrabass

Peter Uehling: Cembalo

Christoph Timpe: Violine und Leitung

 

Weitere Konzerte:

 Sonntag den 11. September, 18.00 Uhr

 Sonntag den 9. Oktober, 18.00 Uhr

 

Emmaus-Kirche

(früher: Ernst-Moritz-Arndt-Kirche)

Onkel-Tom-Straße 80 

14169 Berlin-Zehlendorf

 

Eintritt frei, um Spenden wird gebeten

 

"Wie eine zerklüftete Landschaft türmen sich die Noten der Solo-Stimme. Bizzarre Formationen, Geröll, schroffe Spitzen summieren sich zu einer abstrakten Grafik, und der Geiger stutzt: Wie soll das gehen?

Jean Marie Leclair war der erste Violin-Virtuose Frankreichs. Sein Umgang mit dem Instrument ist gegenüber dem seiner Landsleute ganz neuartig, persönlich und originell. Er erfindet zahllose Figuren, die auf der Geige wie maßgeschneidert sitzen und das Instrument immer neu in Szene setzen, so geschickt ausgeklügelt, dass sich das Noten-Wirrwarr bald zu geigerisch sinn-  und musikalisch wirkungsvollen Passagen ordnet. Anders als manchmal bei seinem Kollegen Pietro Locatelli gerät Leclairs Virtuosität dabei nie zum artistischen Selbstzweck.

Denn Leclair war auch als Komponist außergewöhnlich. Wie ein Italiener reiht er thematische Ideen aneinander, relativiert soeben Erklungenes, macht Einschübe und Einwände, bis der Hörer fast den Faden verliert. Doch wie in einer komplizierten Algebra werden dann die Terme so gegeneinander aufgerechnet, dass schließlich die ganze Beweisführung nachvollziehbar wird. Wie ein Franzose und ähnlich wie Jean Philipp Rameau vermag er, diesen tänzerischen Schwebezustand zu erzeugen, in dem Schwerkraft und Zeit und Raum aufeinander projiziert sind und die ganze artifiziell verschraubte höfische Affektiertheit auf einmal wie selbstverständlich, natürlich, ja notwendig erscheint. Leclair gelingt etwas, woran sich so mancher Komponist seiner Epoche in Frankreich und namentlich in Deutschland versucht hat: das vorwärtsdrängende, hitzige Italienische mit dem in sich ruhenden, coolen Französischen zu einer neuen Legierung zu gießen". (Christoph Timpe)



 

 

Letzte Änderung am: 16.08.2022